Vor Beginn des Gottesdienstes begrüßte Diakonin Cordula Möser die Festgemeinde. Unter den Gästen waren neben zahlreichen Gemeindemitgliedern auch ehemalige Gemeindemitglieder sowie Vertreter anderer Neustädter Kirchengemeinden.
„Komm, wie du bist“ – unter diesem Motto stand das Gemeindejubiläum. Was damit gemeint ist, wurde bereits vor Beginn des Gottesdienstes in einer szenischen Darstellung anschaulich gemacht. Gemeindemitglieder stellten unterschiedliche Lebenssituationen dar, aus denen heraus Menschen zu Jesus kommen können – ganz gleich, wie sie sich gerade fühlen und was sie bewegt.
Nach dem gemeinsamen Eingangslied „Danke“ eröffnete Bezirksevangelist Christmann den Gottesdienst. Im Mittelpunkt seiner Predigt stand – passend zum Jubiläumsmotto – das Bibelwort aus Matthäus 11,28:
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Zu Beginn seiner Ausführungen griff der Bezirksevangelist das Thema „Einladung“ auf. Wenn wir zu einer Veranstaltung eingeladen seien, machten wir uns häufig Gedanken darüber, was wir anziehen sollten und was von uns erwartet werde. Dabei komme es auch darauf an, um welche Art von Veranstaltung es sich handele und in welchem Umfeld sie stattfinde.
Bei der Einladung Jesu sei das anders: Hier spielten solche Überlegungen keine Rolle. Wir dürfen kommen, wie wir sind – in welcher Verfassung auch immer. Jesus fragt nicht zuerst nach Leistung oder danach, ob alles in unserem Leben in Ordnung ist. Vielmehr fragt er: Was beschäftigt dich gerade? Was macht dir Freude? Was belastet dich?
Seine Einladung lautet: Komm, wie du bist!
Und wenn es uns nicht gut geht, so die Botschaft des Bezirksevangelisten, dann möchte Jesus uns stärken und erquicken, uns neue Kraft geben und uns als Kraftquelle begleiten. So können wir gestärkt unseren Weg weitergehen.
Nach diesem ersten Teil der Predigt wurde es sehr anschaulich durch die interaktive Klanggeschichte „Der Garten hinter der kleinen Kirche“. Darin erklärt die Gärtnerin Maria einer Gruppe von Kindern anhand verschiedener Pflanzen und Tiere, wie eine vielfältige Kirchengemeinde funktioniert.
Jedes Element des Gartens – von den früh blühenden Tulpen über das Totholz bis hin zur langsamen Schnecke – steht dabei für unterschiedliche Charaktere, Gaben und Lebensphasen. Gerade in ihrer Verschiedenheit sind sie alle wichtig für das Leben und die Gemeinschaft einer Kirchengemeinde.
Kinder und einige Erwachsene der Gemeinde brachten die verschiedenen Eigenschaften und Stimmungen mit Instrumenten wie Glockenspiel, Rasseln, Agogo und Handtrommel zum Klingen. So wurde die Geschichte nicht nur erzählt, sondern für die Gottesdienstgemeinde unmittelbar hör- und erlebbar.
In seiner Co-Predigt stellte Priester Maik Herzig den Gedanken des Bibelwortes eine andere Übersetzung gegenüber: „Ihr plagt euch mit den Geboten, die die Gesetzeslehrer euch auferlegt haben. Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen!“ (Gute-Nachricht-Bibel)
Für uns, so Priester Herzig, bedeute dies, nicht ständig auf das Vergangene und die damit verbundenen Lasten und Mühen zu schauen, sondern einfach zu Jesus zu kommen. Jesus ist Liebe! Dieser Gedanke könne zu einem Leitwort für die kommende Zeit werden.
Nach den weiteren liturgischen Handlungen wurde der Festgottesdienst mit Gebet und Segenszuspruch beendet.
Im Anschluss überbrachten Superintendent Rainer Müller-Jödicke (Ev.-luth. Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf) und Pastor Bernhard Julius (Ev.-luth. Liebfrauengemeinde) ihre Grußworte. Begleitet wurden sie von Pastorin Sarah Pantke (Ev.-luth. Johannesgemeinde) und Dr. Christian Eckardt (Röm.-kath. Kirche Peter und Paul; ökumenischer Arbeitskreis).
Bei einem anschließenden Imbiss waren alle Gottesdienstteilnehmer zum Verweilen und Gespräch eingeladen. Es entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch, und für manche bot sich dabei die schöne Gelegenheit zu einem freudigen Wiedersehen nach langer Zeit.
So wurde das 100-jährige Gemeindejubiläum zu einem Fest, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verband – und zugleich den Blick hoffnungsvoll auf den weiteren gemeinsamen Weg richtete.
Neuapostolische Kirche